Geschichte

Seit 1976 besteht die Briefseelsorge in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. 23 ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger beantworten jährlich 1500 Briefe. Somit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Seelsorge-Auftrag der Kirche.

Entgegen vielleicht vieler Erwartungen wird die Briefseelsorge auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Anspruch genommen.

 

Was machte und macht die Briefseelsorge aus?

Der Seelsorger Werner Jentsch hat in dem Buch SCHREIBEN BEFREIT die Arbeit der Briefseelsorge beschrieben.

Hier ein gekürzter Auszug:

"Der `Gute Hirte´ ermöglicht in der Briefseelsorge eine eigentümlich verstandene und verstehende Seelsorge. Man braucht nur einmal meditativ die Hirtengleichnisse der Bibel (Psalm 23, Johannes 10) zu lesen, um zu entdecken, dass dieser Gotteshirte solidarisch handelt, das heißt ganz für das einzelne Glied seiner Herde da ist, bis zur Hingabe des Lebens.

...

Dieses Nachgehen und sorgfältige Suchen motiviert den Briefseeslsorger zu liebevoller Lesarbeit und unermüdlicher Interpretationsleistung. Da muß man manches mehrmals lesen - gelegentlich zwischen den Zeilen -, anderes hinterfragen und wieder anderes auf die eigentliche Not abklopfen."

Leider ist dieses Buch nur noch antiquarisch verfügbar.

Für alle Interessierten die bibliographischen Angaben:
Jentsch, Werner: SCHREIBEN BEFREIT, Wuppertal : Brockhaus, 1981, ISBN 3417203171
 

 

Verstandene und verstehende Seelsorge - Ein kurzes Beispiel:

 

Nach einer intensiven Auseinandersetzung meldet sich ein ratsuchender Briefeschreiber mit einer kurzen Karte zurück.

 

Grußkarte
Bildrechte: pixabay

 

 

Lieber Herr J.!

Nach langer Pause möchte ich Ihnen nur kurz sagen, dass es mir gut geht. Ich stehe jetzt in guter Korrespondenz mit NN. Ich lese die Bibel! Ich habe Ihnen viel zu verdanken. Vielleicht werde ich meinen Weg machen. Sie brauchen mir nicht unbedingt zu antworten, da ich weiß, dass Sie sich freuen.

Viele Grüße von hier

Ihr H.